Oscars 2011: Black Swan

Black Swan scene

Ballett zählt ja nicht unbedingt zu den Kunst- und Unterhaltungsformen die mich über alle Maßen begeistern. Ganz im Gegenteil, ein verächtliches Naserümpfen kann ich mir da kaum verkneifen. Wieso dann also mit Black Swan einen Film über eine Ballerina die die Hauptrollen in Schwanensee tanzt anschauen – Nathalie Portman hin oder her? Die (fast) ausnahmslos sehr guten Kritiken haben mich dann doch überzeugt, den Film im Kino anzusehen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Grundgeschichte ist schnell erzählt: die junge, zurückhaltende Ballerina Nina Sayers (Nathalie Portman) bekommt wegen des bevorstehenden Karriereendes des Stars des Ensembles überraschend die Doppelhauptrolle des weißen und schwarzen Schwans in Schwanensee. Die schüchterne und fragile Nina, die bei ihrer Mutter (Barbara Hershey) wohnt, ist mit der Rolle des schwarzen Schwanes, die ihrer Persönlichkeit diametral entgegengesetzt ist, und der Erwartungen die von Choreograf/Regisseur Thomas Leroy (Vincent Cassel) in sie gesetzt werden aber zunehmend überfordert. Die spürbare Lockerheit von Ensembleneuling Lily (Mila Kunis), die sich mit Nina anfreundet, ihr dann aber zusehends die Rolle streitig macht, treibt sie endgültig in den Wahnsinn, welcher allerdings ihrer Bühnenperformance nur zuträglich ist.

Regisseur Darren Aronofsky (The Wrestler, Requiem for a Dream) schafft es in diesem packenden Psychothriller mit Horror-Einschlag eine unglaublich dichte Atmosphäre zu schaffen. Die Handkamera pickt regelrecht auf Nathalie Portman, die Farbgebung vermittelt eine kalte, fast bösartige Umgebung in den Proberäumen und der Wohnung Ninas Mutter. Der tolle Soundtrack von Clint Mansell, der sehr viel von den Originalwerken Tschaikowskis verwendet, trägt natürlich stark dazu bei.

Über die Perfomance von Nathalie Portman braucht man mit allen die den Film gesehen haben, eigentlich nicht diskutieren. Portman spielt die Protagonistin so überzeugend fragil, dass man sich nicht wundern dürfte, wenn sie ein kräftiger Windstoß davonwirbeln würde. Auch den zunehmende Wahnsinn Ninas bringt sie mehr als glaubhaft auf die Leinwand.
Eine sehr gute Perfomance liefert auch Mila Kunis ab, die immerhin auch eine Golden Globe-Nominierung eingeheimst hat. An Vincent Cassels Leistung als arroganter, fordernder und zugleich fördernder Ballett-Regisseur sowie an Barbara Hershey als strenge Mutter kann man auch nichts kritisieren.

Einzig das Bedienen einiger Klischees könnte man Black Swan anlasten. Aronofsky selbst gibt das auch durchaus zu und erklärt es mit seinem absoluten Unwissen über Ballett. Durch die tolle Atmosphäre und die exzellente Perfomance von Nathalier Portman wird man als Zuseher aber dermaßen in den Film hineingezogen, dass dieser Kritikpunkt zu einer absolut vernachlässigbaren Nebensächlichkeit wird.

Oscarchancen:
Meiner persönlichen Meinung nach haben wir hier ganz klar den Besten Film des letzten Jahres. Dass die Academy meine Meinung teilt, ist aber eher unwahrscheinlich, gelten schließlich The King’s Speech und ob seines Golden Globe-Gewinns vor allem Social Network als Favoriten auf den “Hauptgewinn”. Darren Aronofsky ist für Bester Regisseur nominiert, in dieser Kategorie fällt mir aber eine Voraussage sehr schwer.
Ganz anders verhält es sich bei Nathalie Portman, nominiert als Beste Hauptdarstellerin, ihr ist der Oscar so gut wie sicher. In den Kategorien Beste Kamera und Bester Schnitt hat Black Swan durchaus auch Chancen.
Schade nur, dass der wunderbare Soundtrack wegen des speziellen Regelwerks der Academy nicht zugelassen wurde.

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  1. [...] Speech als Bester Film ausgezeichnet wird. Meine Meinung zu dieser Kategorie ist ja seit gestern bekannt. Welcher Film auch immer den Oscar bekommt, den Regie-Oscar gibt’s oben daruf. They come as a [...]



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