Oscars 2011: The Fighter

The-Fighter

Mark Wahlberg hat sich in den letzten Jahren zu einen respektablen Schauspieler gewandelt. Nach seinem Auftritt in The Departed ging es für den ehemaligen Rapper (!) stetig bergauf. Nun hat er die Hauptrolle in dem Oscar-Vehikel The Fighter von David O. Russel gespielt. Die wahre Geschichte von dem Boxer Micky Ward überzeugt als Boxfilm und mit Abstrichen als Drama, mit sehr guten schauspielerischen Leistungen und spannend inszenierten Kämpfen. Der Film funktioniert grundsätzlich als Unerdog Story, wobei er sehr viel Wert auf die Geschichte von Mickys Bruder Dick Ecklund (gespielt von Christian Bale) legt, die ja auch die sportliche Karriere von Ward wesentlich geprägt hat.

Die stärksten Momente des Films sind zweifellos die Kampfszenen, die TV-Aufnahmen von den echten Kämpfen nachstellen und mit Filmaufnahmen mischen. Besonders der Endkampf animiert zum Mitfiebern und bildet einen würdigen Höhepunkt für den Film. Wenn der Fokus auf die Großfamilie des Boxers wechselt, dann wird die anfangs beschwingte Atmosphäre schnell von den ausartenden Streitigkeiten innerhalb des Clans abgelöst. Die Ansichten und Argumente der als White Trash inszenierten Familie führen beim Zuschauer des öfteren zum Kopfschütteln. Mickys Mutter (gespielt von Melissa Leo) wechselt stets zwischen Mutterliebe und übertriebenem Kontrollwahn, und bremst Mickys Karriere, statt sie voran zu treiben. Trotz der erwähnten Stärken wirkt The Fighter zum Teil doch arg konstruiert und überdramatisiert, was den Gesamteindruck schmälert.

Oscarchancen:

Der Nebendarstelleroscar ist Bale so gut wie sicher. Dick Ecklund ist ein dankbarer Charakter, von brüderlicher Güte über Größenwahn bis Drogensucht mitsamt Entzug darf Bale sich austoben, was für einen Schauspieler seines Kalibers nur in eine gute Performance münden kann. Auch Melissa Leo kann mit einem Goldjungen rechnen, aber in den übrigen Kategorien ist eher nicht mit einer Auszeichnung zu rechnen.

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