Oscars 2011: The King’s Speech
Der Titel The King’s Speech verrät schon einiges über die Handlung des Films. Es geht um Albert Frederick Arthur George (Colin Firth), zu Beginn des Film Duke of York, und spielt in England in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg. Albert, von seiner Familie Bertie genannt, leidet seit seiner Kindheit an einem Stottern. Als Sohn des damaligen Königs George V. muss er des Öfteren in der Öffentlichkeit Reden halten, was verständlicherweise ein Problem ist. Seine Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter) – später als Queen Mum bekannt – schleppt ihn deshalb zu vielen Ärzten und Therapeuten, doch ohne Erfolg. Bis sie schließlich an Lionel Logue (Geoffrey Rush) geraten, der mit seinen (für die damalige Zeit revolutionären) Ansätzen einigen Erfolg hat.
Nach dem Tod George des Fünften wird zuerst Alberts älterer Bruder König, bis dieser aufgrund der bevorstehenden Hochzeit mit einer geschiedenen Frau zurücktritt und so Albert als George VI. an die Macht kommt. Als britischer König muss er nach der Kriegserklärung an Hitler-Deutschland die titelgebende Rede live im Radio verlesen – vor dem Milliardenpublikum des damals noch bestehenden British Empires.
Regisseur Tom Hooper hat mit The King’s Speech einen ziemlichen Erfolg geschafft – der Film hat mit 12 Oscar-Nominierungen die meisten aller Filme eingeheimst. Trotzdem und auch trotz Geschichte, die sich einer Nacherzählung vielleicht aufgesetzt rührend-pathetisch daherkommt, der Film schafft es, genau das (glücklicherweise) nicht zu sein.
Im Gegenteil, über weite Strecken kommt The King’s Speech recht locker daher, die Szenen zwischen Albert und Lionel (der Therapeut besteht gegenüber dem Mitglied des Königshauses auf das Ansprechen mit dem Vornamen) bergen sogar einiges an komödiantischem Potenzial.
Das liegt vor allem daran, dass sowohl Colin Firth, als auch Geoffrey Rush (der seinen Rolle mit dem nötigen Augenzwinkern auslegt) eine brilliante Leistung abliefern. Helena Bonham Carter als Dutchess of York, die sich beständig für ihren Mann einsetzt, spielt ebenfalls hervorragend.
Mit Timothy Spall als Winston Churchill und Michael Gambon als George V. gibt es übrigens ein Harry-Potter-Wiedersehen. Gut spielen beide, besonders ist vor allem Spall’s Churchill-Auslegung zu erwähnen.
Oscarchancen:
Mit 12 Nominierungen ist The King’s Speech sowieso der Favorit auf eh alles.
Nominiert sind mit Colin Firth als Bester Hauptdarsteller, Helena Bonham Carter und Geoffrey Rush als weibliche und männlicher Beste/r Nebendarsteller alle drei wichtigen Schauspieler des Films.
Firth gilt zurecht als Favorit für den Hauptdarsteller-Oscar, er hätte ihn eigentlich schon letztes Jahr für A Single Man bekommen müssen. Gerade deswegen könnte ihm aber James Franco die kleine Statue abspenstig machen. Helena Bonham Carter sollte ihren Oscar meiner Meinung nach in der Tasche haben, obwohl es auch hier Überraschung geben könnte. Gleiches gilt für Geoffrey Rush, nur andersherum. Trotz seiner Glanzleistung ist in seiner Kategorie anscheinend Christian Bale der Favorit.
Falls alle drei einen Oscar bekommen sollten, ist es auch nicht sehr unwahrscheinlich, dass The Kings Speech als Bester Film ausgezeichnet wird. Meine Meinung zu dieser Kategorie ist ja seit gestern bekannt. Welcher Film auch immer den Oscar bekommt, den Regie-Oscar gibt’s oben daruf. They come as a package. Leider, muss man sagen.
Beim Besten Soundtrack für in meinen Augen nichts an Inception vorbei, in den Kategorien Bestes Szenenbild und Beste Kostüme kann man sich allerdings gute Chancen ausrechnen. Beim Besten Originaldrehbuch ist das Rennen offen, genauso wie in den technischen Kategorien.


