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		<title>Bauernbundball Timelapse</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 16:07:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Timelapse vom diesjährigen Bauernbundball.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="logtitle">Inhalt</div>
<div class="logline">Von dem diesjährigen Bauernbundball haben wir in Zusammenarbeit mit <a href="http://zepp-cam.at">Zepp-Cam</a> ein Zeitraffervideo erstellt, um das Spektakel einzufangen.</div>
<h4>Musik</h4>
<p>Global Kryner &#8211; Caravan</p>
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		<title>Oscars 2012: The Artist</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 14:49:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Oscarjahr 2012 gibt sich bisher sehr nostalgisch, mit The Descendants ist nur ein Film unter den Nominierten, der in der Gegenwart spielt (Tree of Life mit den Zeitsprüngen nicht mitgezählt), ein interessanter Fakt, wie ich finde. Wie Hugo von Martin Scorsese huldigt auch The Artist von dem französischen Michel Hazanavicius dem eigenen Format, jedoch auf eine gänzlich andere Art: Als klassischen Stummfilm in Schwarz-Weiß. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Oscarjahr 2012 gibt sich bisher sehr nostalgisch, mit <a href="http://www.imdb.com/title/tt1033575/">The Descendants</a> ist nur ein Film unter den Nominierten, der in der Gegenwart spielt (Tree of Life mit den Zeitsprüngen nicht mitgezählt), ein interessanter Fakt, wie ich finde. Wie Hugo von Martin Scorsese huldigt auch The Artist von dem französischen <a href="http://www.imdb.com/name/nm0371890/">Michel Hazanavicius</a> dem eigenen Format, jedoch auf eine gänzlich andere Art: Als klassischen Stummfilm in Schwarz-Weiß.</p>
<p><span id="more-2263"></span>George Valentin (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0241121/">Jean Dujardin</a>) ist ein Filmstar, seine Filme sind große Erfolge und die Zusammenarbeit mit Produzent Al Zimmer (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000422/">John Goodman</a>) könnte nicht lukrativer laufen. Überall wo er hingeht, gefolgt von Jack, seinem vierbeinigen Sidekick, wird sich vor seine Füße geworfen. Doch von einem Tag auf den anderen ist seine Karriere von einer neuen Erfindung bedroht: dem Tonfilm. Die aufstrebende, bildhübsche Peppy Miller (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0067367/">Bérénice Bejo</a>) ist das Gesicht dieser Reform. Mit Valentin hatte sie eine schicksalhafte Begegnung und seitdem verbindet sie ein besonderes Verhältnis. Doch ihr kometenhafter Aufstieg bedeutet einen parallelen Abstieg Valentins, denn als Stummfilmstar gehört er zum alten Eisen&#8230;</p>
<h4>Die goldene Ära</h4>
<p>The Artist kann man getrost als Wagnis einstufen. Ein Schwarz-Weiß Film in dem damaligen 4:3 Format, noch dazu ein Stummfilm, gehört sicher nicht zu den Sehgewohnheiten des modernen Publikums. Doch das in Frankreich produzierte Werk besinnt sich lediglich auf das wesentliche. Hier füllen die Schauspieler das Bild. Ein Lächeln, eine Träne oder ein tiefer Blick in die Augen, dass alles sagt bei richtiger Ausführung mehr als ein solide angetragener Dialog. Wenn das Kino nur auf diese simplen Gesten zurückgreifen kann und es wie im Falle Hazanavicius&#8217; richtig gemacht wird, wird seine vielzitierte Magie ersichtlich. Kein Wunder, dass diese Zeit als goldene Ära gilt.</p>
<p>Gleich am Anfang wird der Zuschauer ins kalte Wasser geworfen: George Valentin wohnt der Premiere eines eigenen Films bei, und als in großen Lettern &#8220;The End&#8221; über die Leinwand geschrieben sehen wir einen angespannten Hauptdarsteller hinter der Bühne. Plötzlich hebt er die Faust triumphierend in die Luft, uns wird klar: Das Publikum startete einen tosenden Applaus und der Film ist ein Erfolg. Eine willkommene Abwechslung, eine Geschichte nur über Bilder erzählt zu bekommen. Die wenigen Augenblicke, die der Film das Genre verlässt, sind dafür umso effektiver.<strong><br />
</strong></p>
<p>Die Detailverliebtheit ist bemerkenswert, <em>The Artist</em> atmet Luft der 20er Jahre und verbeugt sich tief vor seinen Vorbildern. Kenner dieser Ära werden viel Spaß dabei haben, allerlei Anspielungen auf die damalige Zeit zu erkennen.</p>
<h4>Die Schauspieler</h4>
<p>Jean Dujardin wirkt zeitweise, als hätte er sein ganzes Leben in Stummfilmen gespielt, obwohl er eher für sein kurzweiligen Komödien bekannt war, das gleiche gilt im Übrigen für Regisseur Hazanavicius. Er hat ein unheimlich ausdrucksstarkes Gesicht und wechselt spielend leicht zwischen Freude und Trauer. Er hat sich zweifellos für größere Aufgaben empfohlen. Bérénice Bejo gerät am Anfang in Gefahr in die Unglaubwürdigkeit abzurutschen, ein junge Frau, die von der Schauspielkarriere träumt ist wahrlich nichts neues. Aber das Drehbuch schenkt ihr mit zunehmender Laufzeit immer mehr Tiefe. Ihre Loyalität und Dankbarkeit Valentins Gegenüber ist herzerwärmend und die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist stark. Nebendarsteller John Goodman hat zwar nicht viel Leinwandzeit und sein Charakter ist undankbar, aber er ist eine wichtige Stützte des Films und bleibt positiv im Gedächtnis.</p>
<h4>&#8220;I won&#8217;t talk! I won&#8217;t say a word&#8221;</h4>
<p><em>The Artist</em> ist ein schönes Werk, dem vermutlich einige ähnlich angelegte Projekte folgen werden. Doch es ist zu bezweifeln, dass jemand die Detailreiche oder den Nostalgiefaktor von Hazanavicius erreichen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Oscarchancen</h4>
<p>Der kleine französische Film hat in der Awardseason einen bemerkenswerten Erfolgslauf hingelegt. Kaum jemanden würde es wundern, wenn er diesen in der Oscarnacht fortsetzt. Die Wahl als bester Film wäre typisch für die Academy, wie der Sieger von 2011 <em>The King&#8217;s Speech</em> hat er viel Herz und eine Geschichte, mit der sich viele identifizieren können. Aus den Nominierten hat er es gleichauf mit<em> The Descendants</em> wohl am meisten verdient (dafür hätte ich die Nominiertenliste geändert, z.B. <em>War Horse</em> raus und <em>Drive</em> oder<em> Tinker, Tailor, Soldier, Spy</em> rein. Anyone?) Den Regiepreis sollte Hazanavicius für sein Herzensprojekt unbedingt bekommen. Die Musik und der Schnitt könnten auch prämiert werden, der Kamerapreis sollte dann aber an Emmanuel Lubezki für <em>Tree of Life</em> gehen (schuldet ihm die Academy immerhin noch einen Oscar für <em>Children of Men</em>). In den anderen Kategorien ist eine Vorhersage schwer zu treffen, Kostüm und Ausstattung sind auf jeden Fall auch würdig.</p>
<p>EDIT: Letztendlich hat <em>The Artist</em> folgende Auszeichnungen ergattern können:</p>
<ul>
<li>„Bester Film“</li>
<li>„Beste Regie“ &#8211; Michel Hazanavicius</li>
<li>„Bester Hauptdarsteller“ &#8211; Jean Dujardin</li>
<li>„Bestes Kostümdesign“</li>
<li>„Beste Filmmusik“ &#8211; Ludovic Bource</li>
</ul>
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		<title>Oscars 2012: Hugo</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 16:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick ergeben sich bei „Hugo“ (dt. Verleihtitel „Hugo Cabret“) einige Parallelen zu Spielbergs „War Horse“, ein Rivale im Rennen um den Oscar für den besten Film.
In beiden Filmen nimmt sich eine Regie-Legende eines, für ihn ungewöhnlichen Themas an und dreht einen Film der für die ganze Familie gedacht ist. Doch statt ungleich Spielbergs eindimensionaler Pferdegeschichte, geht es Scorsese hier um mehr als nur ein herzerwärmendes Märchen zu erzählen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Ein Film über Filme</h4>
<p>Auf den ersten Blick ergeben sich bei <strong>„Hugo“ </strong>(dt. Verleihtitel <strong>„Hugo Cabret“</strong>) einige Parallelen zu Spielbergs <a href="http://www.henx.at/2012/02/2137/" title="Oscars 2012: War Horse">„War Horse“</a>, ein Rivale im Rennen um den Oscar für den besten Film.<br />
In beiden Filmen nimmt sich eine Regie-Legende eines, für ihn ungewöhnlichen Themas an und dreht einen Film der für die ganze Familie gedacht ist. Doch statt ungleich Spielbergs eindimensionaler Pferdegeschichte, geht es Scorsese hier um mehr als nur ein herzerwärmendes Märchen zu erzählen.<span id="more-2223"></span><br />
Auch mit dem Mitstreiter <a href="http://www.henx.at/2012/02/oscars-2012-midnight-in-paris/" title="Oscars 2012: Midnight in Paris">„Midnight in Paris“</a> könnte man ihn vergleichen: Nicht nur haben beide Regisseure die faszinierende Stadt Paris als Handlungsort gewählt sondern muss die Beiden auch eine gewisse Sentimentalität gepackt haben. Auch in Hugo geht es um eine zauberhafte, vergangene Ära in der wir berühmte Personen sehen, die wirklich existiert haben.<br />
Er zeigt uns die Faszination des Mediums Film und dessen Anfänge und verpackt dies in das Abenteuer eines Pariser Waisenjungens.</p>
<h4>„I&#8217;d imagine the whole world was one big machine.“</h4>
<p>Ein Uhrwerk wird langsam und nahtlos überblendet in den rastlosen Verkehr um den <em>“Arc de Triomphe“</em> in Paris.<br />
Schon der erste Shot demonstriert die Verspieltheit die der Regisseur sich hier erlaubt hat und die Freiheiten die es ihm gibt, ausnahmsweise nicht von Gangstern und Verbrechern zu erzählen.<br />
Danach sehen wir den Pariser Bahnhof in dem die Handlung spielt. Hinter den Wänden und bei den Uhrwerken der Station lebt <em><strong>Hugo Cabret</strong></em> (<a href="http://www.imdb.com/name/nm2633535/">Asa Butterfield</a>). Nachdem sein Vater (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000179/">Jude Law</a>) bei einem Brand umgekommen ist und er in der Obhut seines, ständig betrunkenen Onkels lebt versucht er verzweifelt den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Automaton">Automaton</a> zu reparieren. Eine menschenähnliche Maschine in der, so vermutet der Junge, eine Nachricht von seinem Vater versteckt ist. Sein Gegenspieler im Bahnhofs-Alltag ist der <em><strong>Station Inspector</strong></em>, gespielt vom herrlichen<a href="http://www.imdb.com/name/nm0056187/"> Sascha Baron Cohen</a> der viel mehr Schauspiel-Rollen annehmen sollte. In seinen Szenen zeigt der Regisseur ungeahnte komödiantische Fähigkeiten.<br />
Der wirklich interessante Teil der Geschichte ist der mit <strong><em>Georges Méliès</em></strong> (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0001426/">Ben Kingsley</a>) als deprimierten Spielzeug-Verkäufer am Bahnhof.<br />
Je länger der Film lauft umso klarer wird einem was für ein Film-Enthusiast Martin Scorsese wohl ist, denn das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_M%C3%A9li%C3%A8s">Werk Méliès</a> nimmt einen immer größeren Teil ein und wird zum Zentrum der Erzählung. Für Kenner der Filmgeschichte gibt es hier unzählige Referenzen bis hin zu nachgestellten Szenen aus den Werken der Filmpioniere. Nicht durch Zufall spielen Züge so eine zentrale Rolle im Film wo doch <a href="http://www.imdb.com/title/tt0000012/">„Ankunft eines Zuges in La Ciotat“ (1896)</a> von den <strong><em>Lumiere Brüdern</em></strong> einer der ersten Filme war der vor zahlendem Publikum gezeigt wurde.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p><strong>„Hugo“</strong> fehlt für Erwachsene leider jegliche Spannung, bietet jedoch eine aufregende Thematik mit der sich jeder beschäftigen sollte, der Filme liebt. Für Kinder wiederum beginnt er wie ein lustiges und mysteriöses Märchen schweift dann jedoch ab zu einer Liebeserklärung an die Anfänge des Kinos. Ein toll gemachter Film mit super Schauspielern und einem gutem Drehbuch dem jedoch das Zielpublikum fehlt, was man an den Kartenverkäufen auch erkennen kann.</p>
<h4>Oscarchancen</h4>
<p>Das Thema gefällt der Academy anscheinend, haben sie doch <strong>„Hugo“</strong> gleich in 11 Kategorien nominiert. Besonders in den technischen Sparten sind ihm einige Gewinne sicher. Auch der Regisseur ist nominiert hat jedoch schon 2007 eine Statue erhalten für <a href="http://www.imdb.com/title/tt0407887/">„Departed“</a>. Einen Gewinn als bester Film würde mir gewissermaßen vorkommen wie Eigenlob. Der berühmteste Filmpreis geht an einen Film in dem es um die Anfänge des Films geht.<br />
Hoffentlich nicht, da sind bessere Kandidaten im Rennen.</p>
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		<title>Oscars 2012: Extremely Loud and Incredibly Close</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 23:07:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Extremely Loud and Incredibly Close ist die Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Jonathan Safran Foer (dessen Buch „Tiere essen“ vor einiger Zeit große Aufmerksamkeit erregte) über einen Jungen auf der Suche nach dem Vermächtnis seines an 9/11 im World Trade Center gestorbenen Vaters. Die Geschichte dreht sich um Oskar Schell (Schauspieldebütant Thomas Horn), einen 11-jährigen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Extremely Loud and Incredibly Close</strong> ist die Verfilmung des gleichnamigen Buchs von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Safran_Foer" target="_blank">Jonathan Safran Foer</a> (dessen Buch „Tiere essen“ vor einiger Zeit große Aufmerksamkeit erregte) über einen Jungen auf der Suche nach dem Vermächtnis seines an 9/11 im World Trade Center gestorbenen Vaters.</p>
<p><span id="more-2177"></span>Die Geschichte dreht sich um Oskar Schell (Schauspieldebütant <a href="http://www.imdb.com/name/nm4223385/" target="_blank">Thomas Horn</a>), einen 11-jährigen, recht altklugen Jungen, der in einer Vase im Kasten seines verstorbenen Vaters (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000158/" target="_blank">Tom Hanks</a>) einen Schlüssel in einem mit „Black“ beschriebenen Umschlag findet. Konditioniert durch zahlreiche Schnitzeljagd-ähnliche <em>Reconnaissance Expeditions</em>, die sein Vater mit vor seinem Tod mit ihm unternommen hatte, ist der an der Schwelle zum Asperger Syndrom (einer speziellen, leichteren Form von Autismus) stehende Oskar überzeugt davon, im wahrsten Sinne des Wortes den Schlüssel zum Vermächtnis seines Vaters in der Hand zu halten. Er beschließt, allen in New York lebenden Personen mit Nachnamen Black einen Besuch abzustatten, um herauszufinden, zu welchem Schloss der Schlüssel passen könnte.</p>
<p><a href="http://www.imdb.com/name/nm0197636/" target="_blank">Stephen Daldry</a>s (<em>Billy Elliot</em>, <em>The Reader</em>) Film hat es nicht leicht bei den Kritikern. Von vielen erhielt <em>Extremely Loud and Incredibly Close</em> eher schlechte Kritiken, bis hin zu wütenden Verrissen (Tom Long von der Detroit News geht sogar so weit zu <a href="http://www.detroitnews.com/article/20120120/ENT02/201200328" target="_blank">sagen</a>: „<em>[It] is the kind of movie you want to punch in the nose</em>.“). Die negativen Meinungen entzünden sich dabei einerseits an der Story, welche einerseits völlig unplausibel erscheine und andererseits die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 als Hintergrund für eine viel zu überzuckerte Geschichte verwende. Andere Stimmen stört Regisseur Daldrys Umsetzung von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0744839/" target="_blank">Eric Roth</a>s (Oscar für <em>Forrest Gump</em>, Nominierungen für <em>Munich</em>, <em>Insider</em> und <em>The Curious Case of Benjamin Button</em>) Drehbuchadaptation, die viel zu sehr und vor allem zu kalkuliert Emotionen hervorrufen wolle.</p>
<p>Während ich der Kritik an der Plausibilität nicht zustimmen kann (auch eine ungewöhnliche Geschichte ist erzählenswert, solange sie in sich stimmig ist), haben die anderen Kritikpunkte schon ihre Berechtigung. Der Film drückt tatsächlich sehr auf die Tränendrüse, und zeigt sich ansonsten sehr quirky und pseudo-indie. Zwischen Oskars Voice-Over und einer Bitte-jetzt-Emotionen-verspüren-Musik treibt es <em>Extremely Loud and Incredibly Close</em> tatsächlich ein paar Male zu weit.</p>
<p>Man kann auch kritisieren, dass die Story einfach zu dünn geraten ist. Ein alter, stummer Mann (gespielt vom 81-jährigen schwedischen Schauspielveteranen <a href="http://www.imdb.com/name/nm0001884/" target="_blank">Max von Sydow</a>), ein Untermieter in der Wohnung von Oskars Großmutter (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0129807/" target="_blank">Zoe Caldwell</a>), dominiert ohne erkennbaren Grund den Mittelteil des Films. Überhaupt gibt die ganze Geschichte vom Ende her betrachtet wenig her, hier ist mehr der Weg das Ziel. Diese Schwäche und einige „Geh, bitte!“-Momente, treten aber anscheinend <a href="http://fm4v2.orf.at/connected/205677/main.html">schon in Foers Buch</a> zutage.</p>
<p>Schauspielerisch kann man dem Film kaum etwas vorwerfen. Die Besetzung der everbody’s darlings Tom Hanks und Vorjahres Oscar-Preisträgerin <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000113/" target="_blank">Sandra Bullock</a> (als trauernde, emotional leere Mutter) wurden zwar als strategisch kritisiert, besonders Bullocks bodenständige, teilweise wenig sympathische Performance straft dem aber Lügen.</p>
<p>Thomas Horns Darstellung des Oskar wirkt zuerst merkwürdig, sobald man aber um Oskars psychische Verfassung weiß, ergibt es Sinn. <a href="http://www.imdb.com/name/nm0205626/" target="_blank">Viola Davis</a> (die für ihre Rolle in <a href="http://www.henx.at/2012/02/oscars-2012-the-help/" title="Oscars 2012: The Help" target="_blank">The Help</a> als beste Hauptdarstellerin nominiert ist), <a href="http://www.imdb.com/name/nm0942482/" target="_blank">Jeffrey Wright</a>, Zoe Caldwell und <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000422/" target="_blank">John Goodman</a> (als <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Comic_relief" target="_blank">comic-relief</a>-bringender Portier) bieten in Nebenrollen solide bis sehr gute (Davis) Leistungen dar.</p>
<p>Der heimliche Star des Films ist aber <strong>Max von Sydow</strong>. Seine Leistung als <em>The Renter</em>, dessen Vergangenheit so schwer wiegt, dass er aufgehört hat zu sprechen und nur mittels eines Notizblocks und auf seine Handflächen geschriebene „Yes“ und „No“, kommuniziert, ist ein Lehrstück in Sachen nonverbalen Schauspiels. Kein Wunder, dass er dafür mit einer Nominierung zum besten Nebendarsteller geehrt wurde.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Die Tatsache, dass eine solch dünne Story das nationale Trauma von 9/11 als Hintergrund hat, ist wohl der Hauptgrund für die vielen negativen us-amerikanischen Meinungen. Seine Überzuckertheit tut ihr Übriges dazu. <em>Extremely Loud and Incredibly Close</em> deswegen zu verteufeln ist aber falsch, er kann mit einem zugedrückten Auge als recht netter Film durchgehen, großer Wurf ist er aber jedenfalls keiner.</p>
<h4>Oscar-Chancen</h4>
<p>Filme wie dieser sind natürlich immer wieder im Oscar-Reigen zu finden (s. <a href="http://www.imdb.com/title/tt0878804/" target="_blank">The Blind Side</a> im letzten Jahr), und somit ebenfalls klassisches Oscarmaterial. Trotzdem kann dieser Film unmöglich eine Chance auf die Auszeichnung als bester Film haben, sollte alles mit rechten Dingen zugehen. Seine Nominierung zeugt aber (wie bei <a href="http://www.henx.at/2012/02/2137/" title="Oscars 2012: War Horse" target="_blank">War Horse</a>) von teilweise sehr fragwürdigen Entscheidungen der Academy.</p>
<p>Max von Sydow hingegen hat in seiner Kategorie aufgrund seiner starken Performance sicher gute Chancen, wobei ich aber keine Vergleichswerte habe, da ich die Filme der anderen vier Nominierten noch nicht gesehen habe.</p>
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		<title>Oscars 2012: The Descendants</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 18:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<h4>"Paradise? Paradise can go fuck itself."</h4>
Wer anhand des Trailers, des Posters oder des Marketings hier eine romantische Familienkomödie vermutet hat weit gefehlt. Doch auch mit einer klassischen Tragödie haben wir es bei „The Descendants“ (dt. Untertitel: „Familie und andere Angelegenheiten“) nicht zu tun, denn – so viel kann vorweg genommen werden – der Held der Geschichte stirbt nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>&#8220;Paradise? Paradise can go fuck itself.&#8221;</h4>
<p>Wer anhand des Trailers, des Posters oder des Marketings hier eine romantische Familienkomödie vermutet, hat weit gefehlt. Doch auch mit einer klassischen Tragödie haben wir es bei <strong><em>„The Descendants“</em></strong> (dt. Untertitel: <strong><em>„Familie und andere Angelegenheiten“</em></strong>) nicht zu tun, denn – so viel kann vorweg genommen werden – der Held der Geschichte stirbt nicht.<br />
Mit dem Thema Tod wird man dennoch gleich zu Beginn des Films konfrontiert, und zwar der von <strong>Matt Kings</strong> (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000123/">George Clooney</a>) Ehefrau, die bei einem Speedboat-Unfall zwar nicht stirbt, jedoch in ein Koma fällt und damit die weiteren Ereignisse im Film auslöst.<span id="more-2189"></span></p>
<h4>George Clooney als hawaiianischer Witwer</h4>
<p>Schon ganz am Anfang wird klar, dass hier keine angenehme Geschichte aus dem sonnigen Urlaubsort Hawaii erzählt wird und man sich nicht von den kurzen Hosen und bunten Hemden täuschen lassen soll. Auch hier wohnen reale Menschen mit sehr realen Problemen.<br />
<strong>Matt King</strong> hat davon zur Zeit genug. Nicht nur vegetiert seine Frau ohne Aussicht auf Besserung in einem Krankenhausbett vor sich her sondern auch der Rest seiner Familie bereitet ihm Kopfzerbrechen. Die Beziehung zu seinen beiden Töchtern lässt zu wünschen übrig und sein Schwiegervater macht ihn für den Unfall seiner Frau verantwortlich.<br />
Außerdem steht er noch unter großem Druck, da er gemeinsam mit seinen Cousins kurz vor einer wichtigen Geschäftsentscheidung steht. Seine Familie will ein riesiges Areal an unbebautem Land verkaufen, zum Leidwesen der Inselbewohner die den Bau eines weiteren riesiges Urlaubsresort fürchten.<br />
Matt ist der Treuhänder des Familienvermögens und alle warten auf seine Entscheidung.</p>
<h4>Einfach und trotzdem schwierig</h4>
<p>Der Regisseur <a href="http://www.imdb.com/name/nm0668247/">Alexander Payne</a> (<a href="http://www.imdb.com/title/tt0257360/">„About Schmidt“</a> und <a href="http://www.imdb.com/title/tt0375063/">„Sideways“</a>) erzählt seine Story vom Familienvater der seine Situation in den Griff bekommen muss mit achtsamer Langsamkeit. Doch man darf sich vom Tempo nicht täuschen lassen, an Wendungen mangelt es nicht und die Handlung entwickelt sich sachte aber konstant bis zu einem Punkt an dem Matts Situation eine Komplexität erreicht hat, die bei dieser simplen Ausgangslage wirklich beachtlich ist. Trotz der bedrückenden Grundstimmung blicken die wunderbar gespielten Charaktere (allen voran George Clooney in einer seiner besten Rollen) immer mit einem gewissen Optimismus nach vorne. Es entstehen jede Menge bizarrer und lustiger Situationen doch auch einiges an Melancholie und Herzschmerz.<br />
Mit der Adaption des Romans von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaui_Hart_Hemming">Kaui Hart Hemming</a> schaffen Payne und seine Co-Autoren das was ein perfektes Drehbuch ausmacht: eine Geschichte die sich allein durch ihre handelnden Figuren erzählt. Sogar dem seichtesten <a href="http://www.imdb.com/name/nm1975228/">Sidekick</a> wird hier noch überraschende Tiefe gegeben.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Wer bei diesem intelligenten Film nicht gerührt wird von den Versuchen des Familienvaters, mit noch so schlechten Nachrichten fertig zu werden und bei noch so schwierigen Entscheidungen immer das richtige zu tun, der muss sich eingestehen nicht zu Empathie fähig zu sein.<br />
Auch wenn sich die Filmemacher im Einsatz der traditionell hawaiianischen Musik etwas zurückhalten hätten können (es gibt sogar eine Szene in der Clooney sichtlich genervt ist von dem ständigen Gedüdel) bleibt eine faszinierende, simple und trotzdem unglaublich komplexe Familiengeschichte die, wage ich zu sagen, jeden mit einem Herzen in seinen Bann zieht.</p>
<h4>Oscarchanchen</h4>
<p>The Descendants ist nominiert für: Regie, Schnitt, Hauptdarsteller (Clooney), adaptiertes Drehbuch und natürlich bester Film. In meinen Augen hätte der Film alles verdient, jedoch halte ich am ehesten einen Award für das Drehbuch für realistisch. Aber wer weiß, vielleicht wird er ja der große Abräumer. Das Zeug dazu hätte er.</p>
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		<title>Oscars 2012: The Help</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 17:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit seinem erst zweiten Spielfilm bringt es Regisseur <a href="http://www.imdb.com/name/nm0853238/" target="_blank">Tate Taylor</a> zu einer Oscarnominierung für Besten Film, und das – zumindest angesichts der nominierten Konkurrenz – nicht unbedingt zu Unrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Review</h3>
<p>Mit seinem erst zweiten Spielfilm bringt es Regisseur <a href="http://www.imdb.com/name/nm0853238/" target="_blank">Tate Taylor</a> zu einer Oscarnominierung für Besten Film, und das – zumindest angesichts der nominierten Konkurrenz – nicht unbedingt zu Unrecht.<br />
<strong>The Help</strong> erzählt die Geschichten einiger schwarzer <em>Maids</em> (Hausmädchen) im Mississippi der frühen 1960er Jahre und von Skeeter, einer jungen Frau aus einer reichen weißen Familie, die nach ihrem Uniabschluss wieder in ihre Heimatstadt Jackson zurückkehrt und versucht als Autorin Fuß zu fassen.</p>
<p><span id="more-2016"></span>Skeeter (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1297015/" target="_blank">Emma Stone</a>) nimmt zunächst einen Job als Haushaltskolumnistin einer Lokalzeitung an. Weil sie von diesem Gebiet keine Ahnung hat, bittet sie um die Erlaubnis ihrer Jugendfreundin Elizabeth (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1501738/" target="_blank">Ahna O&#8217;Reilly</a>) deren „Help“ Aibileen (beeindruckend: <a href="http://www.imdb.com/name/nm0205626/" target="_blank">Viola Davis</a>) um Rat bitten zu dürfen. Elizabeth ist nicht begeistert, stimmt dann aber zu.</p>
<p>Skeeter fühlt sich mittlerweile immer mehr von ihren (mittlerweile verheirateten) Jugendfreundinnen entfremdet. Als Hilly Holbrook (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0397171/" target="_blank">Bryce Dallas Howard</a>) eine Gesetzesinitiative startet, um zu erzwingen, dass die schwarzen Hausmädchen seperate Badezimmer und Toiletten, am besten außerhalb der Häuser, benützen müssen (zur allgemeinen Gesundheit, versteht sich, weil: „<em>They carry different diseases than we do</em>“) beschließt Skeeter vor dem Hintergrund der aufkeimenden civil-rights-Bewegung ein Buch über die Maids und die Zustände und die Diskriminierung, die sie ertragen müssen, zu schreiben.<br />
Aibileen ist dafür ihre erste Anlaufstelle. Diese zögert zuerst aus Angst vor Jobverlust und Schlimmeren, nach der Ermordung von Bürgerrechtler <a title="Medgar Evers" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Medgar_Evers">Medgar Evers</a> in Jackson willigt sie aber schließlich ein, und holt ihre beste Freundin Minny (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0818055/" target="_blank">Octavia Spencer</a>), gerade als Maid von Hillys gekündigt mit ins Boot. Skeeter verschafft Minny einen neuen Job bei Celia Foote, einer etwas verschrobenen Außenseiterin (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1567113/" target="_blank">Jessica Chastain</a>) und Skeeters Buch beginnt langsam aber sicher Gestalt anzunehmen.</p>
<p><em>Tate Taylor</em> liefert eine durchaus solide Verfilmung des gleichnamigen Buchs von <a title="Kathryn Stockett" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kathryn_Stockett">Kathryn Stockett</a>.<br />
Thema und Story des Films mögen zwar etwas kitschig wirken (und womöglich auch sein), allerdings bietet das gerade den andersartigen Charakteren im Film die Möglichkeit sich in ihrer picksüßen Umgebung reicher, weißer Vorstädte der 60er Jahre prächtig zu entfalten.</p>
<p>So sind die Nominierungen für <em>Viola Davis</em> (Aibileen) als Beste Hauptdarstellerin sowie <em> Octavia Spencer</em> und <em>Jessica Chastain</em> (die damit in zwei heuer oscarnominierten Filmen mitspielt) als Beste Nebendarstellerinnen kein Wunder, auch <em>Emma Stone</em> (Skeeter) liefert eine gute Performance ab.<br />
Überhaupt bringt das relativ umfangreiche und in allen bedeutsamen Rollen weibliche Ensemble (erwähnenswert z.B. auch Allison Janney als Skeeters Mutter) durchwegs gute schauspielerische Leistungen, wenngleich von <a href="http://movies.nytimes.com/2011/08/10/movies/the-help-spans-two-worlds-white-and-black-review.html?pagewanted=all" target="_blank">manchen Kritikern</a> eine gar zu theatralische Performance des Casts bemängelt wird.</p>
<p>Ich kann diese Einschätzung aber nicht teilen, etwas anderes hätte gar nicht in diese sehr absurde Welt der hausfräulichen Vorstädte in der amerikanischen Provinz in den frühen 60ern gepasst.<br />
Im Gegenteil ist es Regisseur Tate anzurechnen, einerseits den schauspielerischen Standard über ein so großes Ensemble zu bewahren und andererseits die verschiedenen Storylinien zu einer runden Geschichte zusammenzuhalten.<br />
Am Ende steht also ein durchwegs solider Film mit guten bis sehr guten Leistungen der Darstellerinnen und einer netten Story.</p>
<h3>Oscarchancen:</h3>
<p>Obwohl der Film zu den besseren im Kreise der neun nominierten zählt und er zudem quasi klassisches Oscarmaterial darstellt, wird es für eine Auszeichnung als Bester Film wohl doch nicht reichen.<br />
Hoffnungen machen können sich aber die Darstellerinnen. Sowohl Davis als auch Spencer haben bereits einen Golden Globe in der Tasche. Spencer dürfte das Rennen als Beste Nebendarstellerin machen, in Davis Kategorie der Besten Hauptdarstellerin bleibt es aufgrund größerer Konkurrenz (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000658/" target="_blank">Meryl Streep</a> als Margret Thather, Vorjahresnominierte <a href="http://www.imdb.com/name/nm0931329/" target="_blank">Michelle Williams</a> als Marylin Monroe und <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000335/" target="_blank">Glenn Close</a> als Frau, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=P-BF1YE9BEM" target="_blank">die sich als männlicher Butler ausgibt</a>) und der Unberechenbarkeit der Academy noch etwas spannender, obwohl sie als Golden-Globe-Gewinnerin natürlich zu den Favoritinnen zählt.</p>
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		<title>Oscars 2012: Moneyball</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 17:25:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Moneyball ist nach The Cruiser und Capote erst die dritte Regiearbeit von Bennet Miller. Für Capote hat Hauptdarsteller Phillip Seymour Hoffman einen Oscar bekommen, also schade, dass er nicht öfter auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Wenn man Moneyball betrachtet, verstärkt sich der Wunsch, denn dieser Film ist sehr präzise ausgeführt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Moneyball" href="http://www.imdb.com/title/tt1210166/" target="_blank"><em>Moneyball</em></a> ist nach <a href="http://www.imdb.com/title/tt0150230/" target="_blank"><em>The Cruiser</em></a> und <em><a href="http://www.imdb.com/title/tt0379725/" target="_blank">Capote</a> </em>erst die dritte Regiearbeit von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0587955/" target="_blank"><em>Bennet Miller</em></a>. Für Capote hat Hauptdarsteller <em><a href="http://www.imdb.com/name/nm0000450/" target="_blank">Phillip Seymour Hoffman</a> </em>einen Oscar bekommen, also schade, dass er nicht öfter auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Wenn man Moneyball betrachtet, verstärkt sich der Wunsch, denn dieser Film ist sehr präzise ausgeführt.</p>
<p><span id="more-2206"></span>Billy Beane (<a href="http://www.imdb.com/name/nm0000093/" target="_blank">Brad Pitt</a>) kämpft jedes Jahr aufs Neue ums sportliche Überleben, da das Baseball Team, das er als General Manager betreut, das kleinste Budget der Liga hat und jährlich seine besten Spieler abgeben muss. Als ihm bei einer Verhandlung der junge Peter Brand (<a href="http://www.imdb.com/name/nm1706767/" target="_blank">Jonah Hill</a>) begegnet, lernt er mit ihm einen neuen Zugang zum Spiel kennen. Eine Strategie, die auf den vernachlässigten Theorien von Bill James fußt, in der Computer Statistiken ausgelesen und Spieler geholt werden, die eigentlich zu alt, zu oft verletzt oder zu eigentümlich sind, die aber alle über Schlüsseltalente verfügen, die von anderen Vereinen bislang unterschätzt wurden. Mit ihrem unkonventionellen Konzept produzieren sie zahlreiche Kritiker und Zweifler, in den Medien, in der Liga und in den eigenen Reihen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Game Changer<br />
</h4>
<p>Baseball ist in Europa eine kaum entwickelte Sportart, es ist ein sehr statisches Spiel, dass viel Taktik und oberflächlich wenig Action beinhaltet, ich verfolge den Sport selbst auch nicht. Um Moneyball zu genießen, muss man diesen Blick über den Tellerrand wagen, den es wird ganz tief in die Baseballwelt eingetaucht. Hat man diese Hürde überwunden, erwartet einen ein perfekt inszeniertes und kraftvoll gespieltes Sportdrama, nach einem Buch und einer wahren Begebenheit, denn das Leben schreibt bekanntlich noch immer die besten Geschichten.</p>
<p>In Drehbuchform wurde Moneyball von dem Letztjahressieger <a href="http://www.imdb.com/name/nm0815070/" target="_blank">Aaron Sorkin</a> (<a href="http://www.henx.at/2011/02/oscar-special-the-social-network/" target="_blank">The Social Network</a>) und <a href="http://www.imdb.com/name/nm0001873/" target="_blank">Steve Zaillian</a>, der ebenfalls schon einem Oscar für das Meisterwerk <a href="http://www.imdb.com/title/tt0108052/" target="_blank">Schindler&#8217;s List</a> bekam, gebracht. Dieses Traumduo hat hier ganze Arbeit geleistet, denn die Gefahr war groß in allzu viel Pathos abzuschweifen, doch die Dialoge bleiben immer stilsicher und glaubhaft, besonders bemerkenswert bei der Nebenhandlung mit Beanes Tochter (<a title="Kerris Dorsey" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kerris_Dorsey">Kerris Dorsey</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Die Schauspieler<br />
</h4>
<p>Die nächste Stärke des Films sind die Schauspieler. Brad Pitt als einsamer Wolf gegen den Rest der Welt gibt eine Glanzleistung ab. Bennet Miller gibt ihm ganz viel Raum zur Entfaltung. Einige tolle Momente ergeben sich, wenn Pitt im Auto fährt oder allein im riesigen leeren Stadion sitzt (zwar keine subtile Metapher für Einsamkeit aber eine effektvolle) und alles negative still verarbeitet. Jonah Hill fügt sich wunderbar dazu und setzt Akzente mit apathischen Blick und Understatement. Neben diesen Platzhirschen geriet die durchwegs gute restliche Darstellerriege zwar in den Hintergrund, trägt aber ihren wichtigen Part zum großen ganzen bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Homerun<br />
</h4>
<p>Wenn zu den Performances und dem formidablen Drehbuch dann auch noch die gekonnte Inszenierung eines Bennet Millers kommt, dann gelingt einem (ich bitte um Verzeihung für dieses banale Wortspiel) ein Homerun. In ruhigen, unaufgeregten Bildern zeigt Miller das Geschehen, für die unterschiedlichsten Situationen findet er immer die richtige Bildsprache. In den Spielszenen gewinnt er dem Sport außerdem eine hohe Intensität ab und lässt einen wirklich mitfiebern.</p>
<p>Wenn man sich darauf einlässt, kann man von Moneyball als Nicht-Baseball und sogar als Nicht-Sport Fan begeistert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Oscarchancen</h4>
<p>Eine Auszeichnung in der Kategorie &#8220;Bestes adaptiertes Drehbuch&#8221; wäre vorstellbar, und auch durchaus verdient, jedoch hat Sorkin letztes Jahr schon gewonnen und die Konkurrenz ist groß, diese Kategorie bleibt spannend. Für Brad Pitt wird es sich wahrscheinlich nicht ausgehen, es zeichnet sich ab. dass die Trophäe entweder an Jean Dujardin oder an George Clooney geht. Auch für Jonah Hill gibt es wohl kein Vorbeikommen an Christopher Plummer.</p>
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		<title>Oscars 2012: Midnight in Paris</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 15:38:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Woody Allen ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Filmemacher weltweit, "Midnight in Paris" ist sein sage und schreibe 42. Kinofilm. Auch wenn sich die Themen in seinen Werken wiederholen, findet er immer einen neuen Zugang und weiß stets zu überraschen. Nach dem bissigen "Whatever Works" und dem sperrigen "You Will Meet a Tall Dark Stranger" liefert Allen mit "Midnight in Paris" einen ungemein charmanten und nostalgischen Film ab.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Woody Allen ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Filmemacher weltweit, &#8220;<a title="Midnight in Paris" href="http://www.imdb.com/title/tt1605783/" target="_blank">Midnight in Paris</a>&#8221; ist sein sage und schreibe 42. Kinofilm. Auch wenn sich die Themen in seinen Werken wiederholen, findet er immer einen neuen Zugang und weiß stets zu überraschen. Nach dem bissigen &#8220;Whatever Works&#8221; und dem sperrigen &#8220;You Will Meet a Tall Dark Stranger&#8221; liefert Allen mit &#8220;Midnight in Paris&#8221; einen ungemein charmanten und nostalgischen Film ab.</p>
<p><span id="more-2142"></span>Gil (<a title="Owen Wilson" href="http://www.imdb.com/name/nm0005562/" target="_blank">Owen Wilson</a>) ist ein erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood. Doch eigentlich träumt er davon, endlich einen literarisch wertvollen Roman zu veröffentlichen. Gemeinsam mit seiner Verlobten Inez (<a title="Rachel McAdams" href="http://www.imdb.com/name/nm1046097/" target="_blank">Rachel McAdams</a>) und deren Eltern verbringt er einen Urlaub in Paris. Das Paar trifft dort auf den alten gemeinsamen Freund Paul (<a title="Michael Sheen" href="http://www.imdb.com/name/nm0790688/" target="_blank">Michael Sheen</a>). Während Gil von dem rechthaberischen Intellektuellen zunehmend genervt ist, hängt Inez an Pauls eloquenten Lippen. Ihren zukünftigen Ehemann verspottet Inez als Träumer, denn Gil ist fasziniert von der Stadt und ihrer Vergangenheit. Am liebsten würde er die Zeit miterleben, in der Paris sich den Ruf als Kulturhauptstadt erworben hat, die Roaring Twenties. Er ahnt nicht, dass sich dieser Wunsch schon bald erfüllen wird. Eines Nachts macht sich Gil leicht angetrunken allein auf den Heimweg und steigt in ein geheimnisvolles altes Taxi, das ihn mitten ins Paris der 1920er Jahre bringt.</p>
<h4>Paris bei Nacht</h4>
<p>Die ersten Minuten des Films frönt Allen hemmungslos der Schönheit Paris&#8217;, der ästhetische Beginn gibt sich wie ein aufwendig produziertes Reisetagebuch, doch gewinnt in Retrospektive noch einiges an Bedeutung, denn was ist Paris am Tag schon gegen Paris bei Nacht? Der Zeitreisethematik wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt, hier wird keine Zeit mit aufwendigen Erklärungen oder  Paradoxen verschwendet. Stattdessen wird sich voll und ganz der Romantik, die diese Idee birgt, gewidmet. Gil bekommt die Chance, sich mit seinen Idolen und Musen aus vergangener Zeit zu treffen, darunter <a title="F. Scott Fitzgerald" href="http://de.wikipedia.org/wiki/F._Scott_Fitzgerald">F. Scott Fitzgerald</a>, <a title="Ernest Hemingway" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Hemingway">Ernest Hemingway</a> und <a title="Picasso" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Picasso" target="_blank">Picasso</a> mit seiner schönen Geliebten Adriana (die attraktive <a title="Marion Cottilard" href="http://www.imdb.com/name/nm0182839/" target="_blank">Marion Cotillard</a>).</p>
<p>Die Geschichte birgt einige Klischees, denen Allen allerdings nicht ausweicht, sondern sie mit Präzision jagt, und sich spielend mit ihnen vergnügt. Das starke Drehbuch strotzt nur so vor Anspielungen und skurrilen Einfällen, etwa wenn Gil Paul bei der Interpretation eines Picasso Gemäldes zurechtweist, bei dessen Entstehung er anwesend war.</p>
<h4>Paris, je t&#8217;aime</h4>
<p>Schauspielerisch glänzt vor allem Owen Wilson, der die Rolle des naiven Romantikers perfekt ausfüllt. Im Dialog mit Hemingway und Konsorten entstehen die  interessantesten Szenen, die teilweise einen hohen philosophischen Wert aufweisen. Auch Rachel McAdams weiß trotz ihrer undankbaren Rolle zu gefallen und gibt der Beziehung von Gil und Inez viel Glaubwürdigkeit. Michael Sheen sorgt als präpotenter Kunstkenner mit Logorrhoe für einige Schmunzler und spielt seinen schmierigen Charakter mit Hingabe.</p>
<p>Mit seinem neuesten Film entfernt sich Allen von der Misanthropie seiner letzten Werke und bietet mit &#8220;Midnight in Paris&#8221; teils beschwingte, teils melancholische und immer zauberhafte Unterhaltung. Eine aufwendige Liebeserklärung an die Stadt der Liebe, die nie in Banalität oder Kitsch abschweift.</p>
<h4>Oscarchancen</h4>
<p>Die Chancen ein Goldmännchen zu ergattern, dürften für Allen fast überall gering sein. Zu stark ist die Konkurrenz. Am ehesten wäre noch ein Oscar für das beste Originaldrehbuch vorstellbar, in dieser Kategorie war er immerhin schon bei den Golden Globes erfolgreich, und das natürlich auch hochverdient. Nach &#8220;<a title="Annie Hall" href="http://www.imdb.com/title/tt0075686/" target="_blank">Annie Hall</a>&#8221; und &#8220;<a title="Hannah and Her Sisters" href="http://www.imdb.com/title/tt0091167/" target="_blank">Hannah and Her Sisters</a>&#8221; wäre es die dritte Auszeichnung für Woody Allen in dieser Disziplin.</p>
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		<title>Oscars 2012: War Horse</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 12:38:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei der Kurzbeschreibung des neuen Werks  vom unbestrittenen Meisterregisseur Steven Spielberg kann man sich nur fragen was ihn da geritten hat.
In War Horse (gewohnt stumpfsinniger deutscher Verleihtitel: „Gefährten“) geht es um den jungen Albert (gespielt von Jeremy Irvine) und die abenteurliche Reise seines geliebten Pferds Joey nachdem es von Alberts Vater wegen dringender Geldnot an die Army verkauft wurde.
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			<content:encoded><![CDATA[<h4>Spielberg auf Autopilot</h4>
<p>Bei der Kurzbeschreibung des neuen Werks  vom unbestrittenen Meisterregisseur Steven Spielberg kann man sich nur fragen was ihn da geritten hat.<br />
In War Horse (gewohnt stumpfsinniger deutscher Verleihtitel: <strong>„Gefährten“</strong>) geht es um den jungen <strong>Albert</strong> (<a href="http://www.imdb.com/name/nm3528539/" target="_blank">Jeremy Irvine</a>) und die abenteurliche Reise seines geliebten Pferds <strong>Joey</strong> nachdem es von Alberts Vater wegen dringender Geldnot an die Army verkauft wurde.</p>
<p><span id="more-2137"></span>Es liest sich wie der Plot eines Disney-Zeichentrickfilms. Nach der hundersten Einstellung in der Spielberg versucht die schauspielerischen Fähigkeiten der mitwirkenden Vierbeiner auszureizen, realisiert man auch, dass ein Animationsfilm wirklich das passendere Medium für die Geschichte  gewesen wäre.<br />
Zu dieser Erkenntnis ist wohl auch John Williams, der Meister der epochalen Orchestermusik,  gekommen. Wie einen dialogfreien Cartoon unterlegt er hier 100% des Films mit mehr oder weniger passendem Musikstücken nur um sicher zu gehen, dass die Emotionen auch wirklich rüberkommen. Als ob Spielberg nicht ohnehin schon alles gibt um in dramatischen Szenen und rührenden Einstellungen Gefühle in seinem Publikum zu wecken. Er strengt sich sichtlich an um die größtmögliche Menge an Drama in seinen Film zu bekommen.</p>
<h4>Kinder- oder Kriegsfilm?</h4>
<p>Das wäre auch alles gut und schön, doch die Probleme beginnen beim Kontext.<br />
Wo uns der Regisseur in <em><strong>Schindlers Liste</strong></em> oder <em><strong>Saving Private Ryan</strong></em> mitreißenden Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg zeigt, in denen es um befreite Juden und auf sich alleine gestellte Soldaten geht, wird hier die Story eines besonders mutigen Pferdes erzählt.</p>
<p>Da spielt es auch keine Rolle, mit wie vielen Close-Ups auf die traurigen Pferdeaugen versucht wird, dem tierischen Hauptdarsteller einen Charakter zu verleihen. Der jugendfreie Film ist halt doch keine Fabel, auch wenn Albert sich einen großen Teil des Films mit seinem treuen Gefährten unterhält, und dieser auch immer jedes Wort zu verstehen scheint. Das Pferd bleibt trotzdem nur ein Pferd und die Menschen in der Geschichte werden danach bemessen, ob sie Tierliebhaber sind oder nicht.<br />
Dadurch dass in diesem amerikanischen Werk die Menschen aller Länder englisch sprechen (nur mit jeweiligem übertriebenen, nationalen Dialekt), kann man auch erst beim genauen Hinhören unterscheiden, wer z.B. an welcher Front kämpft.<br />
Aber egal bei wem der schwarzäugige Held gerade in Gefangenschaft ist, es gibt überall die übertriebenen Pferdeliebhaber (die z.B. aus der Deckung ihres Schützengrabens klettern, nur um dem verwundeten Joey zu helfen) und jene Antagonisten, die für die Nutztiere nur Verachtung übrig haben.</p>
<p>Das Pferd stolpert durch grausame Kriegsszenen und trifft auf viele verschiedene Wegbegleiter (teils grandiose Schauspieler wie z.B. den Franzosen <a href="http://www.imdb.com/name/nm0034390/" target="_blank">Niels Arestrup</a>) und hat sein knappes Überleben oft dem Zufall zu verdanken. Die allzu reale Kriegsthematik mit der kitschigen Märchenstory zu kombinieren funktioniert leider gar nicht und führt oft zu bizzaren oder vorhersehbaren Szenen. Spielberg hätte sich entweder an <a href="http://www.imdb.com/name/nm0868219/" target="_blank">Guillermo del Toros</a> bedrückendem Meisterwerk <em><strong>Pans Labyrinth</strong></em> ein Beispiel nehmen, oder einen Kinderfilm mit Animationstechnik machen sollen.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Nach wie vor bleibt Spielberg ein routinierter und professioneller Regisseur, schafft gewaltige Bilder, die besonders zu Beginn schon fast an Gemälde erinnern und erzählt seine Story sehr präzise. Wenige schaffen es, Szenen mit so einem perfekten Timing hinzubekommen und immer die passende Einstellung zu wählen. Leider hat er, vielleicht aus altersbedingter Sentimentalität, einen undankbaren Stoff gewählt und egal wie oft er auf den wunderbaren Kern der Geschichte hinweist, der Kontext nimmt dem Drama einfach den Wind aus den Segeln.</p>
<h4>Oscarchancen</h4>
<p>Das War Horse zum besten Film gekürt wird kann ich mir schwer vorstellen, ich hoffe es zumindest nicht. Sein langjähriger Kameramann <a href="http://www.imdb.com/name/nm0001405/" target="_blank">Janusz Kaminski</a> der wieder einmal in der Kategorie Cinematography nominiert ist, hätte sowieso für jede seiner Arbeiten einen Oscar verdien. Trotzdem hoffe ich, dass nicht er, sondern <a href="http://www.imdb.com/name/nm0523881/" target="_blank">Emmanuel Lubezki</a> gewinnt, dem die Academy noch einen Kamera-Oscar für Children of Men schuldig ist.</p>
<p><a href="http://www.imdb.com/title/tt1568911/" title="War Horse auf IMDB.com" target="_blank" style="font-size:10px; line-height:12px;">War Horse auf IMDB.com</a><br />
<a href="http://www.rottentomatoes.com/m/war_horse/" title="War Horse auf rottentomatoes.com" target="_blank" style="font-size:10px; line-height:12px;">War Horse auf rottentomatoes.com</a><br />
<a href="http://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=6827" title="War Horse auf uncut.at" target="_blank" style="font-size:10px; line-height:12px;">War Horse auf uncut.at</a></p>
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		<title>Oscars 2012: The Tree of Life</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 15:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Review Regisseur Terrence Malik lässt The Tree of Life mit einem epischen Bibelzitat (“Where were you when I laid the foundations of the earth […]”), einer mysteriös vor sich hin wabernden Flamme und von sakraler Musik unterlegten idyllischen Naturbildern beginnen, und gibt damit den Ton für die folgenden knapp 140 Minuten an. Man sieht zunächst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Review</h4>
<p>Regisseur <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000517/" target="_blank">Terrence Malik</a> lässt <strong>The Tree of Life</strong> mit einem epischen Bibelzitat (<em>“Where were you when I laid the foundations of the earth […]”</em>), einer mysteriös vor sich hin wabernden Flamme und von sakraler Musik unterlegten idyllischen Naturbildern beginnen, und gibt damit den Ton für die folgenden knapp 140 Minuten an.</p>
<p><span id="more-1914"></span>Man sieht zunächst ein Ehepaar, das in den 1960er Jahren vom vom Tod seines Sohnes erfährt. Die anschließenden Momente des Trauerns sind aufgrund ihrer Darbietung (als kommentarlos hingeworfene Filmschnipsel) seltsam beklemmend, erweisen sich aber als Quelle einiger zynischer Zitate (Priester: <em>“He is in God’s hands now.”</em> – Mutter: <em>“He was in God’s hands the whole time”</em>).<br />
Kurz springt der Film in die Zukunft, wir sehen zu wie Jack, einer der (mittlerweile erwachsenen) Söhne (der sonst großartiger, aber hier sehr blass agierende <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000576/" target="_blank">Sean Penn</a>) missmutig bis melancholisch durch sein Architekten-Leben wandert und sich stumm an seine Kindheit erinnert.</p>
<p>Nach diesem Prolog wagt der Film einen 15-minütigen Ausbruch in den Beginn des Universums, des Lebens und sowieso eh allem. Die englische <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Tree_of_Life_%28film%29" target="_blank">Wikipedia</a> beschreibt diese Sequenz sehr treffend mit: <em>“</em><em>The universe is formed. As the galaxies expand and planets are formed, voices ask various existential questions.”</em><br />
Eine etwas kitschige Szene, in der ein verwundeter Dinosaurier am Boden liegt und ein anderer Raubsaurier ihm im letzten Moment Gnade gewährt, ist dabei einerseits das Sahnehäubchen des Irrsinns, andererseits für sich gesehen gar nicht schlecht gelungen.</p>
<p>Zurück in der amerikanischen Vorstadt wird in eher zusammenhanglosen Bildern mit wenig Dialog die Geschichte dieser Familie erzählt: Mr. (ein hartherziger <a href="http://www.imdb.com/name/nm0000093/" target="_blank">Brad Pitt</a>) und Mrs. O&#8217;Brien (eine gutmütige und sehr überzeugende <a href="http://www.imdb.com/name/nm1567113/" target="_blank">Jessica Chastain</a>) führen mit ihren Söhnen, allen voran Jack (souverän gespielt vom jungen <a href="http://www.imdb.com/title/tt0478304/" target="_blank">Hunter McCracken</a>), ein im Grunde normales Leben.<br />
Mr. O&#8217;Brien hat sich seinen Traum, Musiker zu werden, nie erfüllt und arbeitet als Ingenieur und Erfinder, während er seine Söhne mit Härte auf eine ebensolche Welt vorbereiten will. Mrs. O&#8217;Brien stellt dazu den müttlerlichen Gegenpol dar, wodurch der Film sein am Anfang vorkommendes Thema vom Gegensatz von <em>“nature”</em> und <em>“grace”</em> verdeutlicht.<br />
Wir sehen Jack beim Aufwachsen, beim Rebellieren gegen und schlussendlichem Versöhnen mit seinem reuigen Vater zu, während unsere Beobachtung immer wieder durch Szenen mit Zukunfts-Jack unterbrochen werden, in denen er kaum etwas tut und noch weniger sagt.</p>
<p>Überhaupt ist <em>The Tree of Life</em> eine philosophische Abhandlung über das Leben, die Natur, Gnade, Glück und irgendwie natürlich auch den Sinn des Lebens.<br />
Maliks Werk, für das er sich gute fünf Jahre Zeit gelassen hat, liefert viele Fragen, einige Antworten (wobei die nicht zwangsläufig zusammenhängen), gleitet öfters zu einem Expermentalfilm ab und ist insgesamt mehr eine epische Collage, als ein konventioneller Film, der eine Geschichte erzählen will.</p>
<p>Zwar ähnelt er in Atmosphäre und Themensetting dem quasi zeitgleich erschien (aber subjektiv deutlich besseren) <a href="https://www.youtube.com/watch?v=wzD0U841LRM" target="_blank">Melancholia</a> von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0001885/" target="_blank">Lars von Trier</a> (wenngleich dort die experimentellen Anwandlungen wesentlich subtiler ausfallen), schafft es – oder versucht es gar nicht, seine Botschaft in eine nachvollziehbare Geschichte zu verpacken.</p>
<p>Als eine solche philosophisch-künstlerische Collage begriffen, kann man den Film unter Umständen für <a href="http://fm4.orf.at/stories/1684227/" target="_blank">einen großen Wurf</a> halten und ihn mit einer goldenen Palme und einer Oscarnominierung adeln, an konventionellen filmischen Maßstäben gemessen bleibt The Tree of Life aber ein äußerst krudes Machwerk, dass zwar schauspielerisch und in seiner Bildgewalt überzeugt, aber von dem man letztlich nicht so recht weiß, was es eigentlich aussagen soll.</p>
<h4>Oscar-Chancen:</h4>
<p>Aus meiner Sicht hätte <em>The Tree of Life </em> bzw. Terrence Malik eine (eher unwahrscheinliche) Ehrung für Besten Film und Beste Regie nicht verdient. Die Stärke des Films liegt aber klar in seiner Bildgewalt, insofern hätte sich Kameramann <a href="http://www.imdb.com/name/nm0523881/" target="_blank">Emmanuel Lubezki</a> nach fünf Nominierungen seine Oscar-Statuette redlich verdient, nachdem er schon 2007 für seine absolute Meisterleistung bei <a href="http://www.imdb.com/title/tt0206634/" target="_blank">Children of Men</a> nicht belohnt wurde. Die Chancen dafür stehen gut.</p>
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